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Spiritualität und Esotherik

 

Spiritualität (von lateinisch spiritus ,Geist, Hauch‘ bzw. spiro ,ich atme‘) ist die Suche, nach der Vereinigung mit dem Höheren, dem Göttlichen, die Hingabe an eine transzendente Wirklichkeit, die der materiellen Welt zugrunde liegt. Einfacher ausgedrückt, das sich selbst bewusstwerden in der Welt, als Wesen das mit allem in Verbindung steht.

 

Spirituelle Einsichten können mit Sinn-und Wertfragen, mit der Erfahrung der Ganzheit der Welt in ihrer Verbundenheit mit der eigenen Existenz, ins eigene Leben verbunden sein.

Es gibt Menschen die schon von klein auf an eine große transzendente Verbindung mit ihrer Umwelt spüren. Es kann Kulturell geprägt sein (was aber nicht heißen muss das jeder Mensch der in einer spirituell geprägten Kultur aufwächst, auch ein spirituelles Empfinden hat). Viele Menschen erfahren ein spirituelles Erwachen durch eine Nahtoderfahrung, einen Unfall, oder auch eine große Veränderung im Leben (Tod, Trennung, Geburt, Reisen...), all das kann die Sicht auf das Leben und die Welt sehr stark verändern. Manche Menschen erfahren auch ohne eine große Veränderung oder einen ersichtbaren Grund ein eins werden mit ihrer Umwelt. Es kann auch durch bestimmte psychoaktive Substanzen ausgelöst werden. Bei vielen indigenen Völkern werden solche Wirkstoffe traditionell seit Jahrhunderten verwendet. Schamanen und Geisterbeschwörer verwenden sie häufig in Kombination mit anderen spirituellen Praktiken. Auch regelmäßiges Meditieren kann das spirituelle Erleben verstärken. Aber auch die reine Auseinandersetzung mit sich selbst und der Umwelt kann den Blick auf die Welt in ein spirituelles Bewusstsein verändern.

Da Spiritualität so vielfältig und subjektive ist, gibt es keine allgemein anerkannte Definition des Begriffes. Ein Leitfaden geben die folgenden Begriffe, welche für Menschen mit spirituellem Lebensinhalt von Bedeutung sind: das Beten, welches man etwas ausgedehnt auch als spirituelle Praxis bezeichnen kann, im Sinne von regelmäßigen Ritualen, Zeremonien, Meditationen (Yoga), um die spirituelle Entwicklung zu fördern und in Kontakt mit dem Göttlichen zu sein. Streben nach Erkenntnis, Weisheit und Einsicht. Transzendente Überzeugungen, Mitgefühl, Demut, Dankbarkeit, Gleichmut, Großzügigkeit und Toleranz. Also der bewusste und verantwortungsvolle Umgang mit anderen, sich selbst und der Umwelt. (Wobei auch das Definitionssache bleibt).

Es geht dabei nicht um Logik oder die Kommunikation darüber, sondern es handelt sich in jedem Fall um intensive psychische, höchstpersönliche Zustände und Erfahrungen, die direkte Auswirkungen auf die Lebensführung und die ethischen Vorstellungen einer Person haben.

 

Der Kern jeder Religion ist spiritueller Natur, was somit alle Religionen miteinander Verbindet. Spiritualität aber ist nicht Religionsgebunden.

 

"Jene, die diese Weisheit vom Selbst besitzen, betrachten alle Wesen mit einheitlichen Seherblick und hegen für alle gleich viel Liebe, ob die betreffenden Wesen nun spirituell fortgeschritten oder die geringsten unter den Menschen sind."
- Bhagavad Gita

 

 

 

Esoterik ist ebenfalls ein Begriff für den es keine Eindeutige Definition gibt. Das eigentliche Wort aus dem sich Esoterik abwandelte, stammt vom altgriechischen "esoterikos", die Bedeutung lässt sich am besten mit "innerlich" oder "dem Inneren zugehörig" übersetzen.

 

Spiritualität und Esoterik sind zwei unterschiedliche Bereiche, die sich allerdings nicht gegenseitig ausschließen und viele Überschneidungspunkte haben. Wobei sich die Esoterik neben ihrem spirituellen Aspekt der sich mit dem Inneren verbinden will, einer Reihe von äußeren Praktiken bedient die dabei helfen sollen, wie zum Beispiel Reiki, Meditationen, Heilsteinen, Kartenlegen etc.

Die Esoterik bezieht sich auf in bestimmter Weise charakterisierte Formen religiöser Aktivität. Ursprünglich handelte es sich dabei um philosophische Geheimlehren. Eine andere, damit verwandte Tradition, die unter anderem von Carl Gustav Jung repräsentiert wurde, bezieht „esoterisch“ auf die tieferen, „inneren Geheimnisse“ der Religion im Unterschied zu deren exoterischen Dimensionen wie sozialen Institutionen und offiziellen Dogmen.

Die esoterischen Praktiken sollen den Menschen mit der Tiefe des Selbst und seiner eigenen Liebe in Verbindung bringen um so zum göttlichen Wesenskern zu gelangen.

Es gibt unterschiedliche esoterische Richtungen, wie zum Beispiel im Islam die Sufis, im Hinduismus das Yoga, im Buddhismus solche die auf die Meditation hinauslaufen und auch im Taoismus und im Christentum finden wir esoterische Anteile, zum Beispiel in der Mystik. Es gibt auch die traditionelle westliche Esoterik, die mit Alchemie, Magie und Astrologie arbeitet.

Ein weiteres zentrales Thema der heutigen Esoterik sind ganzheitliche Konzeptionen der Natur, wobei naturwissenschaftliche oder naturphilosophische Ansätze die Grundlage für eine spirituelle Praxis bilden. Die Natur in allen ihren Teilen wird als wesenhaft lebendig angesehen. Ihr können deshalb neben der materiellen Wirklichkeit auch seelische und geistige Eigenschaften zugesprochen werden.

Es gibt eine Reihe von Vermittlern, die die Entsprechungen offenbaren können (als Rituale, Geister, Engel, symbolische Bilder). Das wichtigste Hilfsmittel dafür stellt die Imagination dar, die zum Beispiel mit Hilfe von Meditation angewandt werden kann; sie ist eine Art „Seelenorgan“, mit dessen Hilfe der Mensch eine Verbindung zu einer unsichtbaren Welt herzustellen vermag.

 

"Jeder wach gewordene und wirklich zum Bewusstsein gekommene Mensch geht ja einmal, oder mehrmals diesen schmalen Weg durch die Wüste – den anderen davon reden zu wollen, wäre vergebliche Mühe."
- Hermann Hesse

 

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